Stadtvereinigung Steinbach (Taunus)_______________________________________________________________________________________________________________________________________________

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TZ Printausgabe vom 02.10.2007

Stirnrunzeln nur beim Thema Renten Von Frank Saltenberger

Neu-Anspach. „Senioren Union hellwach!“, stand auf den dragierten Kaffeebohnen. Sie waren auf den Tischen ausgelegt, an denen rund 900 Senioren Platz genommen hatten. Die Inhaltsstoffe der Bohnen waren so klein gedruckt, dass schon eine starke Lesebrille nötig war, um den Emulgator Soya-Lecithine zu entziffern und statt Überzugsmittel Camaubawachs nicht Überzeugungsmittel zu lesen.

 

Überzeugend dagegen die beiden Hauptredner: Ministerpräsident Roland Koch nach der Mittagspause und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) davor, dazwischen der Eintopf mit Wurst. Wäre der Applaus, den die Senioren beiden spendeten, ein Maßstab, bräuchte die Hessen-CDU nicht um ihre absolute Mehrheit zu bangen.

 

Beide wissen, wie wertvoll die Gunst der Senioren bei Wahlen ist – das brauchte ihnen der Landesvorsitzende der Senioren-Union, Alfons Gerling, nicht zu sagen. Der tat es doch: „Ohne die Menschen über 60 Jahre ist heute keine Wahl mehr zu gewinnen.“ Ein „Applausometer“ wäre zum ersten Mal heftig ausgeschlagen.


Der erste Redner, Verteidigungsminister Jung, lobte die gelungene Verschmelzung der beiden deutschen Armeen. Was bei der Armee gelang, sei auf dem politischen Schlachtfeld bislang misslungen, so die christdemokratische Meinung. Denn dass sich die ehemalige SED der DDR (und spätere PDS) unter neuer Flagge und Führung eines Oskar Lafontaine auch in den hessischen Landtag einschleichen will, davor mussten die Senioren ebenfalls gewarnt werden: Sonderapplaus für die Attacke des Verteidigungsminister gegen den Versuch der Linken, die Soldaten in Afghanistan mit Terroristen in eine Ecke zu stellen.

Jung reichten schon verhaltene Töne, um die Unionssenioren in Fahrt zu bringen, und so waren sie noch hellwach, als Roland Koch der Weisheit des Alters weiteren Tribut zollte und die Lebenserfahrung über jugendliche Kraft stellte. Lediglich beim Thema Renten kamen Beobachter ins Grübeln, ob die Falten auf der Stirn als Indiz des Alters oder doch eher als Sorgenfalten zu deuten waren.

 

 

 

 

alle Bilder Gerhard Straßburger